„Trylogia“ im Pommerschen Landesmuseum 18.11.2012 (Jana Nedorost)

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Open Air oder: Als die Erde zu beben anfing.

Radioliveshow TRYLOGIA, einem Musiktheater im Pommerschen Landesmuseum am 18. 11. 2012. Rezension (Ende November 2012)

Störrisch gläsern die Architektur, aber praktisch. Klug versteckt die schmalen Lautsprecher in Eisenstreben, die den hohen Glasschacht stützen. Lang und hoch, der Schacht. Eine große Leinwand hinter dem Aufgebauten. Abstruse Bilder mit unangenehmen Tönen, unten rechts der Countdown. Die Verführung „Trylogia“ beginnt unauffällig. Unscheinbar mischen sich Akteure ein. Besetzen Podien, Stühle, Instrumente. Auf der erhöhten Vorbühne ganz am Rand der kleine runde Tisch. Eine in grün gekleidete Frau gibt dem Publikum des Polenmarktes in Greifswald deutliche Anweisungen. Auf polnisch. Ein fast ebenso präsenter Mann unterbricht ihren Redefluss. Auf deutsch.Und noch einmal Anweisungen, nur viel geraffter.

Der Countdown läuft. ON AIR! Das Publikum klatscht artig in die Anfangsmusik. Livemusik von Sebastian Undisz und seiner Band. Oh, Moment. Hinten auf der Bühne in großer Anzahl die weißblau gekleideten Damen und Herren des Gesangs. Sie stehen bereit. Ansage. Musik und bitte. Auch Sie hätten sich verführen lassen können von dem vorher nie dagewesenen Spektakel. Der Universitätschor Szczecin und ChorTippus Greifswald treffen unter den Fackeln der Seefahrt, des Bergbaus und der Landwirtschaft aufeinander. Famos. Diese Musik. Ein Lob an alle Beteiligten! Nur, liebe Leute, die Artikulation, die liebe Artikulation. Doch keine Sorge, das Auge korrigierte den ‚nuschligen‘ Eindruck durch die Begeisterung der Mitwirkenden, das nennt sich Engagement. Die Moderation machte nicht minder von sich reden. Ewelina Wanke und Oliver Spatz warfen sich mit kessen Sprüchen und Neckereien bespickte Bälle zu, die das Zwerchfell in Anspruch nahmen. Was für eine spektakuläre Liveübertragung. Weltweit.

Fast. Wem der Glasschacht des Pommerschen Landesmuseums in Greifswald die ganze Welt bedeuten kann, der hat sich gern mitreißen lassen. Vor allem, als die Erde anfing zu beben.

Jana Nedorost

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